Studie
Dieses Gaunerwort ist mir im Zusammenhang mit Käse erschienen. Nicht, dass jetzt herausgekommen wäre, dass die meisten Studien höhlengereifter Käse seien… An dieser Beweisführung wird noch gearbeitet.
„Laut einer Studie kann Käse genauso süchtig machen wie harte Drogen“, stand da.
Dieser Sachverhalt ist mir wohlbekannt und ich bin erleichtert, dass es endlich zur Sprache kommt. Deswegen will ich als persönlich Betroffene an dieser Stelle meinen Erfahrungsbericht veröffentlichen:
Bereits im Kleinkindalter kam ich in Berührung mit grosslöchrigem Emmenthaler. Ich sammelte auch erste Erfahrungen mit Greyerzer- und Tilsiterkäse und begann täglich zu konsumieren. Da ich neben einer Landkäserei aufgewachsen bin, war es mir möglich, regelmässig unauffällig die abgehobelten Schlangen aus Käserinde zu stibitzen, welche täglich nach dem Drehen der Laibe hinter dem Haus den Katzen hingeschmissen wurde. So war ich praktisch pausenlos stoned.
Als ich dann wegzog in urbanere Gebiete, bin ich rasch in die Gorgonzolaszene abgerutscht. Da ich selbst in intimsten Momenten nicht vertuschen konnte, dass sich meine Gedanken ausschliesslich um Käse drehen, habe ich einige sensitive Freunde verloren. Das waren so schmerzvolle Verluste, dass ich mich aus Einsicht zur Suchtberatung begab . Der Entzug war kaum zu schaffen, denn bei jedem Freigang fand ich mich umgehend in irgendeinem Fonduechalet wieder und wurde rückfällig.
Jetzt bin ich seit Jahren auf Methadonkur. Allerdings gilt auch hier: einmal süchtig, immer süchtig. Eine grosse Stütze ist mir mein wohlwollendes Umfeld: Um mich nicht in Versuchung zu bringen, waschen sich meine Liebsten nun dreimal täglich die Füsse.
Ein Freund aus meiner Selbsthilfegruppe „Mit Leib und Käse“ kommt seit Jahren nicht vom Sbrinz weg. Er ist gezwungen, anschaffen zu gehen, indem er dem Käsermeister seines Vertrauens für 200g Gehobelten die Harfe scheuert und danach seine Tücher trockenlegt.
À propos Tücher: Ich war mal süchtig nach frischen Handtüchern, aber inzwischen bin ich trocken. (Kleiner Kalauer am Rande – man darf ja sein Lachen nicht verlieren).
Liebe Leserinnen, -aussen, darunter, darüber und dazwischen. Falls ihr auch Betroffene seid von dieser Thematik, können wir uns gern bei Gelegenheit persönlich austauschen, ich bin 100% vertrauenswürdig!

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